Bildung von toxischen Blaualgenblüten in Gewässern durch die hohen Sommertemperaturen

Viele in Oberflächengewässern auftretende Cyanobakterien (Blaualgen), z.B. Planktothrix, Dolichospermum oder Microcystis können Algentoxine bilden, die in höheren Konzentrationen gesundheitsschädlich sind. Insbesondere bei höheren Wassertemperaturen im Sommer (> 20° C) und ausreichender Nährstoffversorgung können Massenentwicklungen von Cyanobakterien (Blaualgenblüten) auftreten mit typischen Aufrahmungen in Ufernähe, Schlieren an der Wasseroberfläche oder einer oliv-grünen, manchmal bläulichen Färbung (siehe Bilder). Planktothrix rubescens, die Burgunderblutalge, hingegen bildet Maxima in tieferen Wasserschichten im Bereich der Sprungschicht oder darunter.

Für die Beurteilung, ob Cyanobakterien in Badegewässern oder in der Trinkwasserversorgung eine Gefährdung darstellen, ist es wichtig, das Auftreten dieser kritischen Arten schnell und sicher erkennen zu können. Sind diese Arten in höheren Konzentrationen im Wasser enthalten, sollten Algentoxine gemessen werden.

Das bwl kann in Wasserproben die verschiedenen Cyanobakterienarten mikroskopisch qualitativ und quantitativ bestimmen. Das Leistungsspektrum des bwl umfasst neben der Analytik der drei Microcystine, -LR, -RR und -YR auch die Varianten -LA, -LF, -LW, -LY und -WR sowie die Desmethylmicrocystine [D3-Asp]-LR und [D3-Asp]-RR. Zusätzlich wurde die Analytik auf Anatoxin (Neurotoxin) erweitert. Dieses Toxin wurde z.B. bei Dolichospermum lemmermannii nachgewiesen, die in den letzten beiden Jahren in vielen Gewässern sommerliche Blaulgenblüten bildete.

Bei tieferen Gewässern kann das bwl mit einer Fluoroprobe-Sonde die Tiefenverteilung der Cyanobakterien wie Planktohrix rubescens (Burgunderblutalge)messen.

Für Microcystine im Trinkwasser gelten Leitwerte von < 1 µg/L, im Badegewässer < 100 µg/L (umweltbundesamt.de)

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